Sotschi 2014 Liveticker Ergebnisse Zeitplan Medaillenspiegel Porträts Sportstätten
DER TAG HEUTE
3
  Zeit Sportart Wettbewerb
08:00 Skilanglauf Finale, 50 km Massenstart (H)
1.
RUS
Alexander Legkov
2.
RUS
Maxim Vylegzhanin
3.
RUS
Ilia Chernousov
12:00 Bob Lauf 4, Viererbob (H)
1.
RUS
A. Zubkov/D. Trunenkov/A
2.
LAT
O. Melbardis/A. Vilkaste
3.
USA
S. Holcomb/S. Langton/C.
13:00 Eishockey Schweden - Kanada, Finale (H)
1.
CAN
Kanada
2.
SWE
Schweden
3.
FIN
Finnland
Zeit (MEZ) / Sotschi +3 Stunden Ausführlicher Zeitplan
AKTUELLES ERGEBNIS
Eishockey (H) / Eishockey
Rang Name Ergebnis
1.
Kanada 3:0
2.
Schweden
3.
Finnland 5:0
4.
USA
 
 
 
LIVE-KOMMENTAR
Stand: 23:46 Uhr Liveticker aktualisieren
 
Ich darf mich an dieser Stelle bei Ihnen stellvertretend für alle meine Kollegen ganz herzlich bedanken. Für Ihr geneigtes Interesse und ihr Durchhaltevermögen, wenn um 6 Uhr morgens nur eine Freestyle-Qualifikation anstand, bei der sich nach zwei Stunden dann herausstellte, dass sich ohnehin alle Teilnehmer für die nächste Runde qualifizieren. Für stundenlanges Curling, bei dem wir versuchten, sie auch ohne Bildunterstützung jederzeit auf dem aktuellen Stand zu halten, welcher Stein gerade Shot liegt. Schön, dass Sie diese und viele weitere große olympische Momente mit uns geteilt haben, hoffentlich ohne TV-Bilder zu vermissen. Wir können zumindest versprechen, dass wir immer LIVE waren und den Sport immer im Zentrum der Berichterstattung hatten, zeitversetzte Konserven und belangloses Geschwafel, während zeitgleich sportliche Entscheidungen fielen, das gab es an dieser Stelle nie. Und die sportlichen Höhepunkte, die uns geboten wurde, werden uns noch lange in Erinnerung bleiben. Do swidanja!
 
In Sotschi gehen die Lichter aus und selbst im so populären Österreich-Haus bei Karl Stoss und beim Lafer wird heute in der Zirbelstube kein letzter Absacker mehr für Putin und Co. serviert. Das waren die Olympischen Winterspiele 2014 und wenn man vorurteils- und dünkelfrei auf diese zurückblickt, dann ging der Plan des Gastgeberlandes vermutlich ziemlich exakt auf. Man hat einen Wintersportort der Extraklasse etabliert, beeindruckende Bilder geliefert und mich persönlich würde es nicht wundern, wenn sich Sotschi zumindest für Osteuropa und Teile Asiens zu dem etablieren kann, was Kitzbühel, St. Moritz und dergleichen in der alten Wintersportwelt sind.
 
Das Feuer ist aus und das letzte Feuerwerk steigt zu Klängen von Tschaikowski in den russischen Nachthimmel.
 
Und der Bär vergießt ein Tränchen, denn nun wird das Olympische Feuer erlöschen.
 
Von den drei Maskottchen hat man in diesen Tagen eigentlich fast nichts gesehen, aber jetzt haben sie einen letzten großen Auftritt.
 
Thomas Bach erklärt die XXII. Winterspiele für beendet und ruft die Jugend der Welt nach Pyeongchang, um in 2018 die XXIII. Winterspiele zu feiern.
 
Was meint Thomas Bach dazu? ´Spasiba Rossija!, Spasiba Sotschi!´ erst einmal. Und dass Russland alle seine Versprechen gehalten habe. Er dankt so ziemlich allen Menschen auf den Planeten, besonders den freiwilligen Helfern, die beispielhaft für eine starke Zivilgesellschaft in einem neuen Russland seien. Na also, da kann man jetzt nach Herzenslust zwischen den Zeilen lesen. So denn man es möchte, ich möchte es nicht, mit fehlt diese Passion leider.
 
Vielleicht weniger die des Präsidenten des lokalen Organisationskomitees. Den kennen wir ja schon von der Eröffnungsfeier, die Spiele werden ´cool´ und ´hot´, Sie erinnern sich. Heute sagt er, dass die Spiele ´cool´ und ´hot´ waren, das Gesicht eines neuen Russlands und die besten Spiele, die es je gegeben hat. Spasiba!
 
Ohne Ansprachen geht es nicht, aber die sind ja in Zeiten wie diesen für passionierte Zwischendenzeilenleser ja durchaus hochinteressant.
 
Diverse weitere Interpretationen von Arirang folgen, irgendwie passt der koreanische Beitrag hier überhaupt nicht zum bisherigen Programm. Man könnte dies damit begründen, dass Südkorea und Russland zwei völlig unterschiedliche Länder sind.
 
Eine Opernsängerin- eine koreanische, nicht die Netrebko - gibt das Arirang-Lied zum Besten. Nach diesem ist auch die berühmte nordkoreanische Massenveranstaltung benannt, auf der Choreografien gezeigt werden, die jede europäische Fußballultragruppierung vor Neid erblassen lässt.
 
Pyeongchang hat sich ja gefühlt bisher immer für die Spiele beworben und irgendwann mussten sie ja den Zuschlag bekommen. Diesmal allerdings ausgerechnet auf Kosten von München.
 
Zwei koreanische Kinder haben die koreanische Nationalhymne gesungen. Es folgt ein Imagefilm der Gastgeber von 2018.
 
Pyeongchang, nicht Pjöngjang! Dementsprechend schwenkt jetzt auch der dortige Bürgermeister die Olympische Fahne und nicht Kim Jong-un. Ein unterirdischer Kalauer wie dieser pro Liveticker ist laut meinem Arbeitsvertrag offiziell erlaubt.
 
Wenn ein Koreaner auf der Bühne steht, dann wird es Zeit Olympia 2018 in Pyeongchang zur Sprache zu bringen.
 
Hymnen, Hymnen, Olympische Hymnen! Hat eigentlich die Netrebko schon gesungen? Ich hoffe, ich war nicht einen Augenblick abgelenkt und habe ihnen das verschwiegen.
 
Auch ohne die griechische Hymne kann keine Olympiafeier auskommen. Die ist aber auf die fußballländerspielkompatiblen 90 Sekunden eingedampft.
 
Oleg Popov kommt wohl nicht, wie mir gerade zurecherchiert wird, ist er allerdings auch schon 84 Jahre alt. Erinnert mich an Januar 2013, als ich in Soccer City zu Johannesburg so gehofft hatte, dass sich Nelson Mandela zur Eröffnung des Afrika Cups noch einmal einen öffentlichen Auftritt zumutet.
 
Von der Hochkultur zur Populärkultur, aber Gott sei es gedankt nicht mit irgendwelchen Ausflügen in unterirdische Popmusik. Es gilt die russische Zirkustradition zu feiern. Eine schöne Überraschung wäre es, hier den großen Oleg Popov, allerdings entzieht es sich meiner Kenntnis, ob der Vater aller Clowns überhaupt noch in irgendeiner Form aktiv ist.
 
Apropos Gigantismus, bei diesen Bildern entsteht bei mir der starke Drang, einen TV-Projektor anzuschaffen oder zumindest den Bildschirmdurchmesser deutlich in den dreistelligen Zentimeterbereich aufzurüsten.
 
Selbiges erfolgt wieder mit sehr viel Esprit und alles andere als lediglich mit Gigantismus der stumpfen Art.
 
Getanzt wurde unter einem riesigen Kronleuchter und nun gilt es die großen Schriftsteller des Landes zu beweihräuchern.
 
Die beiden großen Schulen mit einem gemeinsamen Auftritt, ob es das schon einmal gegeben hat?
 
Russland ist ohne Ballett nicht vorstellbar. Neben dem Bolschoi gibt es natürlich auch das Mariinski in Sankt Petersburg. Während bei der Eröffnung nur die Moskauer ihr Können präsentieren durften, bekommt heute auch das Mariinski Raum auf der Bühne,
 
Musikalisch sind wir jetzt beim bekanntesten Klavierkonzert aus dem Hause Rachmaninow angelangt.
 
Großartige Show, die lässt bei mir schwelgende Reminiszenzen an Albertville 1992 aufkommen.
 
Nun wieder ein optischer Höhepunkt. Es wird eine von Marc Chagall inspirierte Welt gezeigt und bei diesen Bildern weiß man, warum diese Tickets hier neben dem Eiskunstlauf- und Eishockeyfinale am begehrtesten waren. Die Eishockeytickets waren dann freilich ziemlich wertlos, denn ein Finale zwischen Schweden und Kanada entsprach in keinster Weise dem, was sich der russische Fan hier erhofft hat.
 
Ole Einar Björndalen wird nun auch geehrt, ebenso die freiwilligen Helfer. Der Norweger ist nun auch ein offizielles Mitglied des IOC.
Über den Triumph der drei Russen Legkov, Vylegzhanin und Chernousov hat Sie ja mein Kollege Marcus Krämer heute morgen ja umfassend informiert, mir bleibt da nur, das zustimmende Nicken von Putin zu imitieren. Da sollte Frau Merkel auch genau hinschauen, für den Fall, dass sie das im Sommer in Brasilien auch Grund dafür hat. Von Putin lernen, heißt siegen lernen.
Dies übernehmen Thomas Bach höchstpersönlich und Gian Franco Kasper, seines Zeichens Präsident der FIS. Störmer Steira, Johaug und Björgen sind da extrem gut gelaunt. Letztere wurde mit dieser sechsten Goldmedaille auch erfolgreichste Winterolympionikin aller Zeiten. Wir gratulieren und lauschen der norwegischen Hymne.
Das ging ruckzuck, diesen Programmteil haben wir schon wieder abgehakt. Und jetzt gehört das Podium nur mehr Norwegen und Russland, denn die Medaillengewinner im Langlauf über 30 km der Frauen und über 50 km der Herren werden geehrt.
 
Den väterlichen, wohlwollenden Applaus, den beherrscht kaum einer so gut wie Wladimir Wladimirowitsch Putin.
 
Und alles erstrahlt wieder in Blau und Rot, etwas aufwändiger als die farbigen Wasserlichtspiele in Hamburgs Planten un Blomen, die mich als Kind so beeindruckt haben. Damals gab es aber auch noch nicht das Berufsbild des Lichtdesigners.
 
Meiner Liste entnehme ich, dass niemand mehr aus Bermuda, Mazedonien, Hong Kong, Liechtenstein, Luxemburg, Paraguay, Montenegro, Jamaika und den Philippinen mehr vor Ort ist. Und wer trägt dann diese Fahnen, natürlich die zahlreichen Volunteers.
 
Für unsere Leser im Südosten und Südwesten. Rot-Weiß-Rot ist in den Händen der gestern im Snowboard erfolgreichen Julia Dujmovits, um das Schweizerkreuz kümmert sich auch eine Snowboarderin, Patrizia Kummer. Dujmovits gewann den Parallel-Slalom und Kummer den Parallel-Riesenslalom. Und das bei den großen beiden Alpinnationen...
 
So, jetzt ist der Einzug der Fahnenträger angesagt. Den deutschen Banner trägt Doppelgoldrodler Felix Locht.
 
...Militärmusik. Bitte erwarten Sie hier keine Details von mir, ich habe nicht gedient.
 
Ich bin nicht kurz weggedöst, aber das war gefühlt die längste Nationalhymne, die je gespielt wurde. Definitiv wurde da keine Strophe ausgelassen. Weiter geht es mit...
 
Viele, viele Kinder singen die russische Nationalhymne. Nicht aber die Netrebko, die kommt später. Wenn sie kommt.
 
Die russische Fahne wird ebenfalls von den erfolgreichen Sportlern hereingetragen, daran mangelt es ja nicht. Man liegt in der Medaillenwertung vorne, das war zum letzten Mal in Lillehammer 1994 der Fall. Und diesmal ist die Bilanz mit 33 mal Edelmetall, davon 13 mal Gold noch besser.
 
Putin und Bach werden vorgestellt und begrüßen sich gegenseitig. Putin trägt heute einen schicken Anzug und wird umrahmt von den heute erfolgreichen russischen Bobfahrern.
 
Diesmal klappt das bestens. Manpower statt Technik eben!
 
Aktuell bilden die Tänzer einen Seestern, später sollen das mal die Olympischen Ringe werden. Da war doch was vor gut zwei Wochen!
 
Die ersten Choregrafien knüpfen nahtlos an die Eröffnungsfeier an. Schiffe fliegen über das Stadion und 700 Darsteller in aufwändigen Kostümen zeichnen Bilder auf den Rasen.
 
In 60 Sekunden geht es offiziell los. Es wird wieder ein Festival für Lichtdesigner.
 
Wie schon bei der Eröffnungsfeier wird es wieder eine Reise durch die russische Geschichte geben. Und die Netrebko singt auch wieder! Ich bin guter Dinge, die Russen wissen aufgrund einer langen und großen Tradition in Theater, Ballett und klassischer Musik, was sie tun.
 
Die Fahnenträger können langsam beginnen, sich auf ihre Fahnentragarbeit zu konzentrieren, nur mehr wenige Minuten und dann beginnt die Schlussfeier.
Spektakuläre Wettkämpfe gab es beim Snowboard und Freestyle - zum Teil! Teilweise, bei den Damen mit den Parallelski in der Halfpipe beispielsweise, durfte man schon fragen, ob dies wirklich olympiareif ist, was die Athleten hier zeigen.
Für bombige TV-Quoten garantiert seit jeher der Eiskunstlauf. Und das völlig zurecht, denn auch diesmal waren Teambewerb, Herren, Damen, Paare und Eistanz großer Sport mit tollen deutschen Teilerfolgen. Was das viel diskutierte Ergebnis bei den Damen betrifft, wenn Sie hier im Ticker mitgelesen haben, dann kennen Sie meine Meinung, dass Gold für Adelina Sotnikova absolut in Ordnung ging, allein der sehr große Vorsprung auf 2 und 3 ist diskussionswürdig. Oft genug habe ich Platz 8 von PeterLiebers bei den Herren gelobt, das mache ich jetzt noch ein letztes Mal.
Curling kam beim TV-Publikum nun auch in Deutschland gut an, das wundert nicht, denn wenn man sich auf diesen Sport einlässt, dann macht das Zuschauen großen Spaß. In China beispielsweise ist Curling extrem populär und die Wintersportart Nummer 1 noch vor Shorttrack. Und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass der von mir so geschätze Cricket-Sport hierzulande auch irgendwann den Durchbruch schafft.
Unvergessen auch die Höhen und Tiefen im norwischen Lager, die die dortige Boulevardpresse in eine endlose Rotation versetzte. Und über den russischen Triumph auf der 50 km-Strecke konnten Sie ja heute vormittag schon alles an dieser Stelle lesen.
Ein ähnliches Fazit lässt sich für die Langläufer ziehen. Ordentliche Wettkämpfe abgeliefert, aber auf den ersten Blick steht nur eine Staffelmedaille für die Damen. Die Herren hätten auch eine aus dem Teamsprint, wenn nicht ein Herr Jaurojärvi aus Finnland kurz vor dem Ziel (aber nur kurz genug) Tim Tscharnke abgegrätscht hätte. Das kostete Deutschland alles und Russland Gold, denn durch die Aktion wurde auch noch der im Sprint so gut wie unschlagbare Kriukov noch entscheidend behindert.
Apropos Eisschnelllauf, da heißt es nicht alles Walzer, sondern alles Oranje. Nur vereinzelt konnten Athelten aus anderen Ländern die holländische Dauerparty ein wenig stören. Claudio Pechstein blieb medaillenlos wie alle anderen deutschen Starter, egal ob im großen Oval oder beim Shorttrack. Gute persönliche Leistungen gab es aber reichlich, dieses Team enttäuschte sicherlich nur Medaillenfetischisten.
Was für die Niederlande der Eisschnelllauf, das ist für Deutschland das Rodeln. Alles abgeräumt haben die Schützlinge vom Hackl Schorsch, Gold für Felix Locht, Natalie Geisenberger und beim Doppelsitzer wie auch im Team. Trotzdem wurde dann gestritten, die Bayern feierten zu wild und die Athleten aus den gar nciht mehr so neuen Bundesländern fühlten sich wie das fünfte Rad am Wagen. Das ist aber internes Geplänkel, was zählt ist die Erfolgsbilanz dieses Verbandes und die sucht ihresgleichen.
Vom Bobsport bleiben die Tränen von Sandra Kiriasis in Erinnerung, die ausnehmend erfolglosen deutschen Starter beklagten sich allgemein bitterlich über schlechtes Material. Angesichts der üppigen Förderungen die der Verband erhält, eine von außen schwer nachvollziehbare Einschätzung.
Was die Alpinrennen anging, da durfte fast jeder mal jubeln, die Österreicher, die Schweizer, die Deutschen dank Maria Höfl-Riesch und Viktoria Rebensburg, die USA mit Ligety, Miller und Mancuso und die Norweger nicht mit Svindal, aber mit Jansrud. Hochspannende Rennen auf anspruchsvollen und bestens präparierten Pisten bleiben in Erinnerung.
Für die Staffel war dann die große Revanche angesagt und auch hier erlebten wir ein mitreissendes Duell auf der Zielgerade mit Altmeister Mario Stecher für Österreich und den Rivalen vom Einzel, Rießle und Graabak. Diesmal kam Reißle zwar unfallfrei durch, aber Graabak schlug ihm alle Türen zu und gewann den Königssprint von der Spitze für Norwegen.
Nicht minder spannend waren die Duelle bei den Nordischen Kombinierern. Im Gundersen von der Normalschanze holte Eric Frenzel noch relativ souverän Gold, dann fing er sich eine Erkältung ein und andere nutzen die Gunst der Stunde. Unvergessen der Königssprint im Bewerb von der Großschanze, bei dem sich Rydzek und Rießle in die Quere kamen und den Norwegern Graabak und Moan dadurch praktisch kampflos Gold und Silber überlassen mussten.
Aus deutscher Sicht brachte gerade auch das Skispringen viel Grund zur Freude. Den packenden Mannschaftswettbewerb beispielsweise, den Severin Freund mit den letzten Sprung entscheiden konnte und so luchste man den favorisierten österreichischen Skiadlern Gold ab.
 
Große Momente waren sicherlich der Sieg des alten Königs die Skijäger, Ole Einar Björndalen. Und der noch ältere Noriaki Kasai wusste einmal mehr von der Schanze zu begeistern. Mit großen Weiten und als der Stilist, die das Skispringen für fast zwei Jahrzehnte prägte.
 
Wenn wir die vergangenen gut zwei Wochen Revue passieren lassen, dann hat wohl jeder seinen persönlichen Höhepunkt Nummer 1 dieser Spiele.
 
Wir können jetzt kurz durchatmen, ein paar Minuten für Kaffee und Kuchen oder Tee und Biskuits einplanen. Oder die Medaillenwertung in all ihren Facetten analysieren. Um 17 Uhr steigt dann die große Schlussparty im Olympiastadion.
Dieser neunte Olympiatriumph der Kanadier war absolut verdient, dazu kann es keine zwei Meinungen geben. Und auch in der ewigen Medaillenwertung haben die Kanadier jetzt mit neunmal Gold die alleinige Führung vor der Sowjetunion/GUS/Russland.
Schluss! Wie das Spiel um Bronze, so war auch das Finale eine einseitige Sache und so sieht die letzte Medaillenvergabe von Sotschi 2014 aus: GOLD für KANADA, SILBER für SCHWEDEN und BRONZE für FINNLAND.
Nur mehr 120 Sekunden auf der Uhr, dann wiederholt sich Geschichte. Auch in 2010 gewann Team Canada Gold sowohl bei den Frauen als auch den Herren.
11:2-Torschüsse der Kanadier bisher im Schlussdrittel, so viel zur Aufholjagd der Schweden.
Es beginnen die letzten fünf Minuten. In dieser Partie und bei den Olympischen Spielen allgemein. Was die Wettkämpfe angeht, uns erwartet am Abend ja noch die große Schlussfeier.
Nein, heute klappt es einfach nicht bei den Überzahlkönigen dieses Turniers. Kanada hat sogar die Chance auf einen Shorthander und beweist, dass man das beste Powerplaykilling in Sotschi mit nur einem Gegentreffer in Unterzahl aufweist.
Corey Perry gibt den Schweden mit einer Zwei-Minuten-Strafe für Beinstellen eine Lebenslinie. Dieses Powerplay muss jetzt erfolgreich abgeschlossen werden, keine Frage.
Vorentscheidung? Wir sind ja hier nicht beim Fußball und zehn Minuten beim Eishockey sind durchaus Zeit genug, um drei Treffer aufzuholen. Aber nicht so, wie die Schweden hier bisher aufgetreten sind, da lehne ich mich gar nicht so weit aus dem Fenster.
Toooooor! Schweden - KANADA 0:3! Chris Kunitz von den Pittsburgh Penguins nutzt einen schwedischen Fehlpass zur Vorentscheidung.
Wo bleibt die schwedische Schlussoffensive? Keine Torschüsse der Tre Kronor, das Spiel plätschert so dahin und wenn dann haben die Kanadier Chancen wie eben durch einen Schlagschuss von der blauen Linie. Im Nachfassen hat Lundquist den Puck und allein ihm ist zu verdanken, dass hier noch nicht alles längst entschieden ist.
Fast das 3:0 für Kanada! Der Außenpfosten rettet für Schweden und Lundquist. Die Nordamerikaner wollen jetzt Nägel mit Köpfen und den Sack zumachen.
Und weiter geht es! 20 Minuten bleiben den Schweden noch, um doch noch auf Goldkurs zu segeln.
Das Drittel ist vorbei und Schweden sollte sich in der Pause eine Zusammenfassung des Damenfinales ansehen. Dort drehte ausgerechnet Kanada eine bereits verloren geglaubte Partie gegen die USA.
Na, das war ja mal ein richtig schlechtes Powerplay der Kanadier, bei 5 gegen 5 zuvor waren sie wesentlich torgefährlicher.
Patrik Berglund checkt einen Kanadier in die Bande, damit erweist er seinem Team einen Bärendient, jetzt auch noch eine Unterzahlsituation, die die Schweden überstehen müssen.
Und der amtierende Olympiasieger lässt nicht locker, man will die Vorentscheidung im Mitteldrittel.
Toooooor! Schweden - KANADA 0:2! Sidney Crosby hat freie Bahn wie bei einem Penalty, schöner Trick dann mit der Rückhand im Eins-gegen-Eins vor Lundquist und schon zappelt der Puck im Netz.
Da muss auch mal wieder Carey Price die Pranke ausfahren, aber dieser schwedische Entlastungsangriff war die Ausnahme.
Die Schweden bekommen einfach keinen Zugriff auf diese Partie, wie es neudeutsch so schon heißt. Druckphase jetzt der Kanadier und dieses sieht aus wie ein Überzahlspiel.
Und schon ist die Hälfte diese zweiten Drittels vorbei.
Auch dieses Powerplay bringt nichts ein, die Kanadier begannen gut, verloren dann aber die Linie und konnte Lundquist nicht mehr in Bedrouille bringen.
Kanada ist dem 2:0 näher als die Nordeuropäer dem Ausgleich. Jeff Carter prüft Lundquist, der diesmal die Ecke gut zumacht. Und jetzt auch noch eine Strafzeit für Schwedens Jakob Silfverberg. Wegen Spielverzögerung, denn der beförderte den Puck mit Absicht über die Bande.
Die Kanadier bleiben gefährlicher. Tolles Zuspiel von Rick Nash auf Martin St. Louis, dessen Schuss kann Lundquist nur mit viel Mühe und auch Glück abwehren.
Die Tre Kronor schaffen es diesmal nicht, diese Statistik weiter aufzufetten, man erspielte sich nur eine echte Torchance. Und bei dieser scheiterte Daniel Alfredsson aus kurzer Distanz.
Das zweite Drittel läuft und Schweden hat noch fast zwei Minuten Powerplay. SIeben Tore hat man in Überzahl in diesem Turnier bereits erzielt, das sind die meisten aller Teams.
Vielen Dank an den Kollegen für die reibungslose Übergabe. Ich begrüße Sie dann auch gerne zu diesen letzten Olympiastunden im Liveticker. Die Entscheidungen in der Eisröhre und in der Loipe hatte es ja in sich und viel spricht nach dem ersten Drittel dafür, dass auch die letzte Goldfrage lange spannend bleibt.
Damit verabschiede ich mich. Kollege Mario Balda steht bereit, bringt das Eishockey-Finale zu Ende und begleitet Sie dann auch noch durch die Schlussfeier. Ich freue mich jedenfalls drauf.
Und jetzt ist das Spiel in der Pause. Kanada führt 1:0.
Hoher Stock von Chris Kunitz, nun ist Schweden in Überzahl. In zwölf Sekunden geht es aber in die Drittelpause, zu Beginn des zweiten Drittels werden die Schweden eine gute Chance zum Ausgleich bekommen. Das Überzahlspiel war in diesem Turnier nämlich eine schwedische Domäne.
Stark gespielt von von Crosby, der zwei Mann mit einem No-Look-Pass narrt - doch Jamie Benn verstolpert die Chance.
Landeskog (SWE) zieht von links ab, der Schoner von Price schnellt heraus, kein Problem für den kanadischen Keeper.
Und so verstreichen die zwei Minuten, Schweden ist wieder komplett.
Die Schweden verteidigen aber sehr gut, eine richtige Schusschance bekommen die Kanadier nicht.
Kanada versucht es zunächst mit der ersten Reihe um Bergeron und Crosby.
Nun sehen wir die erste Strafzeit (14:55): Jonathan Ericsson sitzt in der Kühlbox, wegen Haltens gibt es zwei Minuten.
Die prompte Antwort hat Hjalmarsson auf dem Schläger, er kann Price mit einem Schlenzer aus halbrechter Position aber nicht überwinden.
Jeff Carter spielt in Minute 12:55 einen starken Pass auf Toews, der den Schläger reinhält und Lundqvist aus kurzer Distanz überwindet.
TOOOOOOOR! Schweden - KANADA 0:1! Torschütze: Jonathan Toews von den Chicago Blackhawks.
Die Kanadier können sich nun wieder besser befreien.
Toller Spielzug der Kanadier, am Ende kommt Bergeron frei zu Schuss. Lundqvist und der Pfosten verhindern den Einschlag im schwedischen Tor.
Wir sehen sehr viele, intensiv geführte Zweikämpfe. Die Schiedsrichter müssen selten eingreifen, weil es bisher trotzdem sehr fair zugeht.
Perry bedient Benn, der Spieler der Dallas Stars bekommt den Puck aber nicht unter Kontrolle.
Mittlerweile sind acht Minuten gespielt, die Schweden verteidigen etwas höher und haben sich so nach der guten Anfangsphase der Kanadier befreien können.
Price wird Sekunden später wieder gefordert und erwischt den Puck nach einem Schuss von Gustav Nyquist in einer unübersichtlichen Situation Zentimeter vor der Torlinie. Das war knapp.
Auf der Gegenseite ist es Niklas Kronwall, der ganz schön frei abschließen darf. Aber der schwedische Keeper Carey Price ist zur Stelle.
Patrice Bergeron hat die erste Chance des Spiels, Lundqvist ist aber zur Stelle. Vorbereitet wurde die Möglichkeit von Superstar Crosby.
Das Spiel läuft, freuen wir uns auf 60 exzellente Eishockey-Minuten.
Die schwedischen Spieler sollen es dagegen nicht so eng sehen, für die vielen NHL-Spieler sei es besser, auch von NHL-Schiedsrichtern betreut zu werden.
Für Unmut sorgte auf schwedischer Seite die Einteilung der Schiedsrichter. Kelly Sutherland, Brad Meier, Greg Devorski und Derek Amell, so lautet das Gespann am heutigen Tag. Devorski und Amell sind Kanadier, Meier ist ein Amerikaner, der in Kanada lebt. Die schwedische Legende Peter Forsberg spricht von einem ''verdammten Witz'' und einer ''Komödie auf höchstem Niveau''.
Im Halbfinale siegte Schweden mit 2:1 gegen Finnland, die Torschützen hießen im zweiten Drittel Loui Eriksson und Erika Karlsson. Ähnlich knapp ging es im anderen Halbfinale zu, Jamie Benn avanciert in der 22. Minute gegen die USA mit dem einzigen Treffer zum Matchwinner für Kanada.
Ich zitiere einfach mal Kollege Oliver Stein aus dem Einzelticker: ''WM-Finale, Stanley Cup, Olympia - das sind die drei Titel, die das sogenannte Triple Gold ausmachen. Und wenn man das so sagen darf sind die beiden heutigen Gegner schon so etwas wie olympische Routiniers, bei den Kanadiern triumphierten einige Spieler wie Roberto Luongo und Jay Bouwmeester bereits 2010, bei den Schweden einige Altstars wie Keeper Lundqvist oder Allrounder Daniel Alfredsson schon 2006 in Turin - damals übrigens im Finale gegen Team Kanada.''
In wenigen Minuten folgt der letzte Höhepunkt der Spiele in Sotschi. Es sollte auch aus russischer Sicht der krönende Abschluss werden, die Sbornaja wollte im Bolschoi-Eispalast um Gold kämpfen. Für die russische Mannschaft folgte aber das Viertelfinal-Aus gegen Finnland. Nun stehen sich gleich Schweden und Kanada gegenüber und die Eishockey-Welt kann kaum etwas besseres bieten.
Damit ist die vorletzte Entscheidung der Olympischen Spiele in Sotschi gefallen, die deutschen Bobs belegen die Ränge sechs, sieben und zehn. Extrem enttäuschte Gesichert im Zielbereich.
GOLD für RUSSLAND 1 mit Pilot Alexander Zubkov. Die Silbermedaille geht an Lettland, die USA sichern sich sich Bronze. Glückwunsch.
Der russische Bär Alexander Zubkov steht am Start, den angekündigten Vladimir Putin habe ich noch nicht entdecken können.
Melbardis (LAT 1) will nun Silber sicher. Tolle Startzeit, 28 Hundertstel lautet sein Vorsprung. Diesen baut er peu á peu aus, Silber ist dem lettischen Team sicher. Und er greift mit einer Laufzeit von 55.31 Sekunden auf Zubkov an.
Steven Holcomb hat mit seinem Team aus Curtis Tomasevicz, Steven Langton und Christopher Fogt ganz knapp die Nase vorn, drei Hundertstel Vorsprung bedeuten auf jeden Fall Bronze.
USA 1 mit Holcomb beginnt mit der besten Startzeit. Das sieht gut aus im Kampf um eine Medaille.
Der Lauf der Briten war richtig gut, im Ziel liegt der russische Bob aber dann doch knapp davor. Acht Hundertstel ist nicht viel, mehr als Rang vier dürfte das nicht werden. Oder Holcomb (USA) patzt.
Wir kommen zu den letzten vier Fahrer. Den Anfang macht Alexander Kasjanov (RUS).
Im Ziel fällt Arndt mit Bob Deutschland 1 hinter Großbritannien zurück. Erstmals seit 50 Jahren reist der deutsche Bobverband ohne Medaille von olympischen Spielen ab. Historisch.
Zum Vergleich: Arndt hat am Start die bisher zwölftbeste Zeit. Das reicht einfach nicht für die Weltspitze.
Deutlicher Vorsprung von Jackson, 41 Hundertstel liegt er vor Florschütz. Die Briten feiern im Ziel ihre Laufbestzeit.
John James Jackson ist mit Großbritannien 1 in der Eisrinne. Bestzeit am Start, das überrascht bei den athletischen Anschiebern Bruce Tsker, Sturt Benson und Joel Fearson nicht.
Was kann Thomas Florschütz (GER) im dritten deutschen Bob erreichen? Das sieht viel besser aus, als in seinem schwachen dritten Lauf. Kaum Fehler, am Ende verpasst er Laufbestzeit (55:53), aber er hat Rang sieben sicher und kann ab jetzt entspannt zuschauen. Vielleicht geht es ja noch einen Platz nach vorne.
Es geht weiter mit Beat Hefti, Silbermedaillengewinner im Zweierbob. Der Schweizer bringt seinen Vorsprung auf den kanadischen Bob sicher nach unten, er ist damit sicher Achter.
Kanada 2 mit Pilot Lyndon Rush liegt schon am Start hinter Friedrich. Aber im Laufe der Strecke hält er sich gut, er liegt weiter vor Bob Deutschland 2.
4,82 Sekunden als Startzeit, das ist wesentlich besser als noch im dritten Lauf. Der Vorsprung ist gewaltig, den kann er nicht mehr verliren. Ob die Laufzeit von 55,41 Sekunden für einen Sprung nach vorne reicht, werden wir gleich sehen.
Friedrich wird angeschoben von Jannis Bäcker, Gregor Mermbach und Thorsten Margis. Auf ihre Sprintarbeit kommt es nun für eine gute Startzeit an.
Nun geht es mit den besten zehn Bobs weiter. Den Anfang macht Francesco Friedrich, der sich nach zwei Weltcupsiegen in dieser Saison viel mehr ausgerechnet hatte. Im Moment führt Niederlande 1 mit Pilot Edwin van Calker vor Nick Cunningham mit USA 2.
Lettland 2 mit Pilot Oskars Kibermanis setzt sich vorerst an die Spitze und kann ab jetzt für seinen Landsmann Melbardis Daumen drücken.
An der Bobbahn schaut wie in Deutschland der Frühling vorbei, zwölf Grad zeigen die Thermometer heute an. Das nimmt natürlich auch Einfluss auf das Rennen, die Eisrinne wird mit jedem Starter leiden. Zubkovs Vorsprung beträgt aber 17 Hundertstel, die wird der Russe nur mit Fahrfehlern herschenken.
Die ersten vier Bobs sind im Ziel, an der Reihenfolge hat sich noch nichts geändert. Frankreich 1 führt vor Italien 1, Großbritannien 2 und der koreanische Bob wird Rang 20 behalten.
So, der vierte Lauf wird gestartet. Wenn alles normal läuft, werden wir Zeuge der 13. russischen Goldmedaille. Es geht aber mit Korea 1 los, für Pilot Won Yunjong ist das Erreichen der Top 20 schon ein Riesenerfolg.
 
Über Doping mussten wir nach der positiven Probe des Langläufers Johannes Dürr (AUT) heute auch schon sprechen. Nun hat IOC-Präsident offizielle Zahlen zum Umfang der Doping-Kontrollen bekannt gegeben. Insgesamt wurden 2631 Proben veranlasst, fünf Sportler wurden erwischt. Das IOC ist ob dieser Rekordzahl zufrieden. Doping-Experten wissen aber auch, dass aktuell Stoffe im Umlauf sind, die mit den bisherigen Methoden nicht nachweisbar sind.
Der dritte Lauf ist beendet, 20 Bobs haben sich für den vierten und letzten Lauf qualifiziert. In der Top Ten hat sich nichts mehr getan, die schwindenden, nennen wir es eher unrealistischen, Medaillenchancen sind ebenfalls noch Realität.
Wenn die deutschen Bobs so schnell starten würden, wie die Ad-hoc-Kammer des Internationalen Sportgerichtshofes Beschlüsse fasst, müsste der ARD-Reporter nicht trauern. Denn der Einspruch des kanadischen und slowenischen Teams wegen angeblich irregulärer Rennanzüge der französischen Skicrosser wurde abgelehnt. Jean-Frederic Chapuis, Arnaud Bovolenta und Jonathan Midol behalten ihre Medaillen. Und ich muss nicht den Medaillenspiegel verändern.
Es kommen noch 20 weitere Bobs, aber an der Spitze wird sich natürlich nichts ändern. Um 12 Uhr geht es mit dem vierten Lauf weiter, bis dahin machen wir eine kleine Pause.
Der letzte Bob aus den Top Ten ist Kanada 2 mit Fahrer Lyndon Rush. Er kann sich sogar vor Deutschland 2 platzieren, die deutschen Bobs haben damit alle Plätze verloren. Der ARD-Reporter scheint Tränen in den Augen zu haben.
Bundestrainer Christoph Langen steht im Zielbereich und kommt nicht mehr aus dem Kopfschütteln heraus. Friedrich steht quer, touchiert die Banden - im Ziel ist sein Rückstand auf 1,18 Sekunden angewachsen.
Der Rückstand von Francesco Friedrich war vor diesem Lauf 39 Hundertstel. Mal gucken, wie es nach dem dritten Lauf aussieht.
Beat Hefti (SUI) war Achter vor diesem Lauf und kann sich nicht verbessern.
Tatsächlich fährt Jackson die viertbeste Zeit des heutigen Lauf, damit liegt er knapp hinter Deutschland 1, aber vor Deutschland 3 von Florschütz.
Wenn der britische Bob von John James Jackson auch noch an den Deutschen vorbeizieht, rechne ich fest mit einer Olympia-Bewerbung von Stefan Raab im Wok.
Alexander Kasjanov lenkt den zweiten russischen Bob. Er zeigt keineswegs eine fehlerfreie Fahrt, trotzdem liegt er auf Rang vier und damit vor den beiden deutschen Bobs.
Es geht weiter mit Deutschland 3 von Thomas Florschütz. Die Startzeit von 4,82 Sekunden ist ok. Aber dann leistet sich Florschütz Fahrfehler auf Fahrfehler und im Ziel hat er sogar eine schwächere Zeit als Arndt. Die historische Bob-Pleite rückt immer näher.
Steven Holcomb glänzt mit einer guten Startzeit, der US-Amerikaner kann vorbeiziehen. Holcomb leistet sich einen Fahrfehler, im Ziel liegt er in Gänze aber 16 Hundertstel vor Arndt. Zubkov kann ganz entspannt in den Startbereich zurückgehen, er ist klar auf Goldkurs.
Maximilian Arndt ist mit seiner Crew auf der Strecke. Am Start liegt er wie schon gestern zurück. Das ist viel zu langsam, im Kampf um die Medaillen kann er keinen Boden gutmachen, er verliert sogar. Arndt ist allein in diesem Lauf 45 Hundertstel langsamer als Zubkov, das sind Bob-Welten. Mit dem Gesmtrückstand von 61 Hundertstel wird Arndt aus den Medaillenrängen fliegen.
Der lettische Bob liegt schon nach der Startzeit zurück, eigentlich ist Melbardis der bessere Starter. So überrascht es nicht, dass der Rückstand im Ziel auf 17 Hundertstel anwächst.
Zuerst starten - anders als dann im vierten Lauf - die besten Bobs des gestrigen Tages. Als kommt nun Melbardis mit Lettland 1.
Der Favorit hat den Vorteil einer unberührten Bahn. Und tatsächlich nagelt er mit einer 55,02 eine starke Zeit ins Eis. Das reicht zwar nicht an den Streckenrekord aus dem ersten Lauf heran, aber damit wird er vorne bleiben können.
Alexander Subkov eröffnet den dritten Lauf.
Schon im Zweierbob waren die Deutschen erfolglos. Sollte Weltmeister Maximilian Arndt im Vierer die ersehnte Medaille verpassen, dann würden die früheren ''Gold-Hamster'' erstmals seit 50 Jahren ohne eine einzige Medaille von Winterspielen abreisen.
Gestern absolvierten die Bobfahrer bereits zwei Läufe. Russland 1 mit Zubkov erarbeitete sich einen Vorsprung von 4 Hundertstel auf Lettland 1. Dahinter liegt Deutschland 1 von Maximilian Arndt auf Rang drei, 16 Hundertstel beträgt sein Rückstand auf Zubkov. Er muss aber eher nach hinten schauen, denn USA 1 mit Steven Holcomb liegt nur eine weitere Hundertstel dahinter.
 
Wenn Zubkov seinen knappen Vorsprung auf den lettischen Bob von Oskars Melbardis verteidigen kann, wird Russland im ewigen Medaillenspiegel zu Deutschland aufschließen. Der ehemalige Langlauf-Bundestrainer hat es ja schon zu Beginn der Spiele vorhergesagt: ''Andere Länder werden im Medaillenspiegel an Deutschland vorbeiziehen'', sagte Behle. ''Das werden wir jetzt in Sotschi schon das erste Mal sehen. Und in vier Jahren wird es noch krasser werden, da bin ich mir ganz sicher.''
 
Zwei Entscheidungen stehen heute noch aus. Im Medaillenspiegel liegt das russische Team an der Spitze und kann von dort nicht mehr verdrängt werden. Zumal im Viererbob mit Alexander Zubkov die nächste Goldmedaille in der Anfahrt ist. Um 10:30 Uhr geht es auf der Bob- und Rodelbahn Sankti weiter.
Die Biathleten sind auch im Ziel. Arnd Peiffer (40.) hat das mannschaftsinterne Rennen gegen Lesser (42.) knapp um zwei Plätze gewonnen.
Wenig später überquert auch Axel Teichmann die Ziellinie, sein Rückstand von 4:08.2 Minuten ist in seinem letzten Rennen nur eine Randnotiz.
Als erster deutscher Starter ist Thomas Bing im Ziel, er wird mit einem Rückstand von 3:00.9 Minuten Rückstand als 36. ins Ziel.
Dreifachtriumpf für Russland! GOLD geht an Alexander Legkov, Maxim Vylegzhanin gewinnt die Silbermedaille und Ilia Chernousov schlägt im Zielsprint Sundby (NOR) und holt Bronze.
Legkov und Vylegzhanin laufen vor Sundby und Chernousov. Die vier machen die Medaillen unter sich aus.
Legkov zieht an, das sieht richtig stark aus.
Mit Chernousov ist ein dritter Russe ganz vorne vertreten, die Russen wollen es bei der drittletzten Entscheidung wissen.
Legkov und Vylegzhanin setzen sich an die Spitze. Lundby (NOR) hält gut mit, auch die schwedischen Fahrer zeigen sich weiterhin.
Bei Dario Cologna bricht der Ski, er schnallt sich zwar einen neuen unter, hat mit dem Sieg aber nichts mehr zu tun.
Zwei Kilometer sind noch zu gehen, 28 Fahrer sind noch in der Spitzengruppe vertreten.
Nach 45 Kilometern führt weiterhin Anders Södergren (SWE) vor Alexander Legkov (RUS) und Maxim Vylegzhanin (RUS). Nun folgt die letzte Runde mit dem knackigen Anstieg, dort wird es einen Angriff geben.
Vorne zeigen sich mit Legkov (RUS), Sundby (NOR), Cologna (SUI) und Vylegzhanin (RUS) weitere Läufer, die zu den Goldfavoriten gehören.
Der Schwede Södergren setzt sich an die Spitze und spielt Lokomotive für den Rest des Feldes. Seine Teamkollegen Daniel Richardsson und Johan Olsson liegen auch noch gut.
Lesser geht als 41. auf die letzten zehn Kilometern. Teichmann und Peiffer (GER) wechseln noch einmal die Skier.
Damit ist das Feld wieder zusammen. Interessant dürfte sein, ob Legkov in der Verfolgung zu viele Körner gelassen hat.
Nach der Wechselarie vor zehn Kilometern fahren alle Favoriten am Wechselstand vorbei. Die Fahrer sind nun auf der letzten Doppelrunde und Heikkinen wird vom Feld geschluckt.
Legkov macht einen richtig starken Eindruck, der Lokalmatador zieht das Tempo ordentlich an und hat Heikkinen gleich eingeholt.
Das wird Heikkinen nicht schaffen, der Vorsprung ist auf den letzten drei Kilometern auf 14 Sekunden geschrumpft. Legkov (RUS) und Sundby (NOR) führen die Verfolger an.
Thomas Bing (GER) ist immer noch bester Deutscher im Feld, er liegt 38,6 Sekunden hinter Heikkinen. Erik Lesser hat einen Rückstand von 1:10.3 Minuten, liegt damit aber vor Spezialist Teichmann und Biathlon-Kollege Peiffer (1:27 Minuten Rückstand).
Nach 35 Kilometern hat Heikkinen eine Lücke von 22,5 Sekunden gerissen. Das ist schon ein Brett für die Verfolger, die mittlerweile wieder zusammengelaufen sind. Legkov hat für einen Zusammenschluss gesorgt.
Der letzte finnische Olympiasieg in der Königsdisziplin liegt schon 54 Jahre zurück, Kalevi Hämäläinen siegt 1960 in Squaw Valley.
Die Lücke wird größer, Heikkinen will es tatsächlich wissen. Dahinter läuft ein Quartett aus Semenov (BLR), Rojo (ESP), Tritscher (AUT) und Landsmann Niskannen, der sicherlich nichts für das Tempo machen wird.
Matti Heikkinen (FIN) zieht an der nächsten Steigung das Tempo an, die Lücke ist aber noch nicht groß genug, um die restlichen 17,5 Kilometer tatsächlich allein durchzustehen. Immerhin hat sich der Finne um 9,1 Sekunden vor das Feld gesetzt.
Der Weißrusse Michael Semenov nutzt das Wechselfieber und setzt sich wieder an die Spitze.
Die Sonne weicht den Schnee immer weiter auf, deshalb gehen große Teile der Fahrer nun erstmals in die Ski-Wechselzone. Das trifft auch auf Alexander Legkov (RUS) zu, der sich unter Jubel der Zuschauer kurz vor der 30-Kilometer-Marke absetzen kann. Aber auch der stärkste im russischen Team will seine Skier wechseln und fällt deshalb etwas zurück.
 
Am Montag kehren dann große Teile der deutschen Mannschaft zurück, empfangen wird das Team von Bundespräsident Joachim Gauck um 13 Uhr in München.
In einer kleinen Abfahrt löst sich Michail Semenov (BLR) leicht vom Feld. Er darf sich einige Meter absetzen, wird dann aber auch schnell wieder eingeholt. Bing (GER) hält sich mit vier Sekunden Rückstand weiterhin achtbar in der vordersten Gruppe.
 
Die Hälfte des Rennens ist vorbei, die Spitzengruppe ist immer noch über 40 Läufer stark. Sie verpassen also nichts. Deshalb komme ich lieber nochmals auf den ewigen Medaillenspiegel zurück. Deutschland führt dort mit 136 Gold-, 135 Silber- und 106 Bronzemedaillen vor Russland (134/102/101). Die deutsche Bilanz in Sotschi kann dann mein Kollege Mario Balda am Nachmittag resümieren.
 
In Russland ist heute übrigens Feiertag. Nicht, weil das russische Team mit zwei durchaus möglichen Goldmedaillen im Langlauf und im Viererbob im ewigen Medaillenspiegel mit Deutschland gleichziehen könnte. Nein, der 23. Februar ist Tages des Verteidigers des Vaterlandes. Geschichtlich geht dieser Tag auf Lenin zurück und erinnert an die Anfänge der Roten Armee.
Lesser und Peiffer laufen zusammen in der Gruppe mit Teichmann. Der Routinier und Silbermedaillengewinner von Vancouver will sein letztes olympisches Rennen genießen, der Freistil liegt ihm ja ohnehin nicht so sehr. Thomas Bing liegt wesentlich besser, er hat nur sechs Sekunden Rückstand.
Die zweite Doppelrunde ist absolviert, die Favoriten verzichten die Möglichkeit des Skiwechsels. An der Spitze liegt Anders Södergren (SWE), das schwedische Team ist auch für die erste Tempoverschärfung verantwortlich.
Ein Blick in die Historie zeigt, dass die 50 Kilometer bei Olympia eine skandinavische Domäne ist. Erstmals wurden 1924 in Chamonix auf der langen Strecke Medaillen verteilt, der Premierensieger hieß Thorleif Haug (NOR). Ihm folgten in insgesamt 20 olympischen Rennen 16 weitere Olympiasieger aus Norwegen, Schweden und Finnland, einzig Nikolay Zimyatov (UDSSR/1980), Vladimir Smirnov (KAZ/1994), Mikhail Ivanov (RUS/2002) und Giorgio di Centa (ITA/2006) konnten in die Dominanz einbrechen. Unter den Siegern war 1992 und 1998 auch zwei Mal Langlauf-Legende Björn Dählie (NOR), der erst in Sotschi von Ole Einar Björndalen als bester Winter-Olympionike aller Zeiten abgelöst wurde.
An der Spitze liegt derzeit Johann Olsson (SWE) vor Alexander Legkov (RUS) und Roland Clara (ITA). Die Athleten absolvieren heute wieder zwei verschiedene Runden. Die erste ist mit kleinen Anstiegen bestückt, auf der zweiten gibt es einen längeren Berg mit 80 Höhenmetern. Dort wird es in der letzten der fünf Doppelrunden dann die möglichen Angriffe auf die Medaillen geben.
Die Biathleten Erik Lesser und Arnd Peiffer sind nach 12,5 Kilometern gemeinsam mit einem Rückstand von 20 Sekunden im hinteren Mittelfeld platziert. Axel Teichmann ist nur unwesentlich besser unterwegs, der beste Deutsche ist Thomas Bing auf Rang 30 mit einem Rückstand von 8,5 Sekunden. Über deutsche Medaillen müssen wir aber ohnehin nicht nachdenken.
Neu im Langlauf ist die Möglichkeit, unterwegs die Skier zu wechseln, um beispielsweise auf schlechtes Material zu reagieren. Nach jeder Doppelrunde steht das frische Material bereit, aber ich rechne nur mit wenigen Wechseln. Denn der Zeitverlust muss auf der Strecke erstmal kompensiert werden. Auch gestern sind nur wenige Damen auf neue Skier umgestiegen.
Im Laufe des Tages werden noch Herren in Anzügen eine nicht ganz unwichtige Entscheidung treffen. Kanada und Slowenien haben die Ad-hoc-Kammer des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) angerufen. Die beiden Verbände streben eine Disqualifikation der französischen Medaillengewinner Jean Frederic Chapuis, Arnaud Bovolenta und Jonathan Midol im Skicross-Wettbewerb an. Das Trio soll illegale Rennanzüge getragen haben, die aerodynamische Vorteile gebracht haben. Profitieren würden Brady Leman auf Rang vier des olympischen Rennens, der Slowene Filip Flisar wurde Zweiter im B-Finale und damit insgesamt Sechster. Eine Entscheidung soll es noch im Laufe des Tages geben.
Als Marathon- und Triathlon erfahrener Freizeitsportler kann ich dieser Quälerei über 50 Kilometer ja durchaus etwas abgewinnen. Nach einem Zehntel des Rennens liegt das Feld weiter zusammen, bei Iivo Niskanen blinkt im Moment die beste Zeit auf. Dessen Schwester Kerttu belegte gestern auf den 30 Kilometern der Frauen den vierten Rang.
Das Feld liegt nach 2,5 Kilometern eng beisammen, Erik Lesser ziehrt mit 19 Sekunden Rückstand allerdings bereits das Ende des Feldes.
Mittlerweile ist das Rennen auch gestartet worden. In der Regel passiert auf den ersten 49 Kilometern wenig, die Ausnahme war die Weltmeisterschaft im Vorjahr. Dort wagte Olsson den Solo-Ritt und kam im klassischen Stil tatsächlich durch.
Peiffer selbst begründet seine Entscheidung so: ''Es kann nicht mehr passieren, als Letzter zu werden. Wir werden wahrscheinlich unendliches Leid erfahren. Ich glaube, der Erik wird von uns beiden ein bisschen schneller sein, der ist ja kleiner. Wie oft hat man schon die Chance, da mitzumachen?''
Meine Frage an unseren Langlauf-Experten Bernd Schroller, warum Lesser und Peiffer denn hier an den Start gehen, beantwortet er trocken: ''Weil Vanessa Mae auch alpin machen darf.''
Nach denr krankheitsbedingten von Tobias Angerer und Jens Filbrich wird das deutsche Starterfeld neben Teichmann und Thomas Bing mit den beiden Biathleten Erik Lesser und Arnd Peiffer aufgefüllt.
In Vancouver feierte Petter Northug (NOR) die Goldmedaille vor Axel Teichmann und Johann Olsson (SWE). Das Trio ist auch heute am Start, mit dem Sieg dürften die drei Routiniers aber nichts zu tun haben.
Vor vier Jahren in Vancouver wurde im klassischen Stil gefahren, heute steht turnusmäßig wieder ein Freistil-Rennen auf dem Programm.
Es geht los mit einer Doping-Nachricht, denn der Österreicher Johannes Dürr wurde als fünfter Sportler in Sotschi überführt und darf selbstverständlich nicht mehr starten. Bei Dürr handelt es zudem um den ersten EPO-Fall.
 
Dabei sollte ich mich vielleicht eher bei unserem Dienstplan-Beauftragten beschweren als beim IOC. Ich verspreche aber, nicht weiter zu jammern. Los geht es mit 50 extrem spannenden Langlauf-Kilometern.
 
Die Olympischen Spiele neigen sich dem Ende zu, am letzten Tag werden noch neun Medaillen verteilt. Dabei verstärkt sich der Eindruck der letzten Tage massiv. Die insgesamt 98 Entscheidungen können 18 Tage nicht tragen, das Programm wird immer dünner. Dass die Eishockeyspieler am Nachmittag ihr exklusives Recht mit dem isoliert ausgetragenen Finale bekommen, kann ich dabei ja noch nachvollziehen. Aber nun zweieinhalb Stunden lang nur über die 50 Kilometer im Langlauf erzählen zu müssen, ist schon grenzwertig.
 
Herzlich willkommen in Sotschi zum 18. Tag der Olympischen Winterspiele.
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MEDAILLENSPIEGEL
Medaillenentscheidungen bisher: 98von 98
Rang Land Medaillen Gold Silber Bronze Gesamt
1. Russland 13 11 9 33
2. Norwegen 11 5 10 26
3. Kanada 10 10 5 25
4. USA 9 7 12 28
5. Niederlande 8 7 9 24